Rückblick Generalversammlung

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Inzwischen ist das in Zeiten von Corona nichts Neues. So hielt die Narrenzunft „Jägi“ Rangendingen ihre diesjährige Generalversammlung am vergangenen Samstag, nicht wie gewohnt in der Zunftscheune, sondern ein paar Meter Luftlinie weiter, in der Turn- und Festhalle ab. Für alle Mitglieder bestand so ausreichend Platz, um genügend Abstand zu seinem Sitznachbarn zu halten. Auch am Rednerpult wurde nach jedem Bericht wieder neu desinfiziert. Aufgrund des Lockdowns und der entsprechenden Hygiene- und Abstandsmaßnahmen war der eigentliche Termin der Hauptversammlung im April bereits ins Wasser gefallen.

Zunftmeister Hansi Schilling durfte trotzdem über 60 interessierte Mitglieder begrüßen – und wie es bereits zur Tradition geworden ist, Dr. Bernd Widmann von der Stiftung des Förderkreises für krebskranke Kinder einen Spendenscheck über 1.111 Euro überreichen. Dieser bedankte sich mit emotionalen Worten, hatte er aufgrund der aktuellen Situation und den damit verbundenen finanziellen Einschnitten, nicht mit einer Einladung gerechnet. Sicher hätte der Verein das Geld selbst gut gebrauchen können, so Widmann. Jedoch freue er sich umso mehr, dass trotz Corona so eine stolze Summe zusammengekommen sei.

Kassier Lars Schledzewski präsentierte eine einwandfrei geführte Kasse. Jürgen Dieringer, seines Zeichens 2. Vorsitzender, blickte auf die Veranstaltungen des vergangenen Vereinsjahres zurück. Kassenprüfer Stefan Eggenweiler bestätigte Schledzewski eine tadellose Buchführung, sodass Bürgermeister Johann Widmaier ihn und die gesamte Vorstandschaft einstimmig entlasten konnte.

Abschied zweier Tanzgarde Urgesteine

Sichtlich nahe ginge es dem Zunftmeister, als er mit Verena Dietrich und Eugenie Beiter zwei Urgesteine im Namen des Vereins, nach einigen Gesprächen vorab der Versammlung, zum Aufhören bewegen musste. Seit Dezember rumorte es in und um die Tanzgarde. Nach längerem hin und her, sei dies die einzige Möglichkeit einen klaren Schnitt zu machen, so der Narrenvorstand. Dass die vergangenen Monate nicht optimal gelaufen seien, solle jedoch nicht über die herausragenden Verdienste der Beiden für die Narrenzunft hinwegtäuschen. Im Gegenteil:

Verena Dietrich hatte einst selbst in der Garde das Tanzbein geschwungen, ehe sie über viele Jahre, mit drei Altersstufen, Garde- und Showtänze einstudierte. Dazu lehrte sie zu besonderen Anlässen die Männershowtanzgruppe „Fasnetskiachle“, wie man sich gekonnt zu Musik und Rhythmus bewegt. Mit ihr stellte auch ihre stetige Begleiterin Stefanie Hipp die Arbeit ein. Beiden ließ Schilling in Abwesenheit ein Präsent zukommen

Mit Eugenie Beiter sagt die personifizierte Tanzgarde nach 25 Jahren „Adieu“. Unter ihrer Leitung fanden alle zwei Jahre die großen Garde- und Showtanzwettbewerbe in Rangendingen statt. Stets sehr beliebt, wenn nicht sogar als Kultfigur im positiven Sinne, schwebte sie als schützende Hand bei internen und externen Veranstaltungen über die kleinen und großen Tanzgarde-Mädels. Mit der Verwaltung des Gardehäs übernahm sie eine wichtige und manchmal auch undankbare Aufgabe – jedoch immer mit Leidenschaft und großer Freude. So war es dem Zunftmeister vergönnt, „seine Eugenie“ mit einem Präsent unter langanhaltendem Applaus persönlich zu verabschieden.

Die Wahlen ergaben nur marginale Änderungen. Sina Haug wurde als Vertreterin der Tanzgarde, und somit als Nachfolgerin von Eugenie Beiter, in den Ausschuss gewählt. Sascha Müller übernimmt das Amt des 2. Gerätewarts, nachdem Franz-Georg Wild dieses niedergelegt hatte. Neuer Hausmeister der Zunftscheine ist Oliver Vassallo. Im Wirtschaftsteam legte Markus Schwenk seine Arbeit nieder. Neu im Schuppenteam sind neben Sascha Müller auch Benjamin Wägele und Markus Wurm.

Zum Abschluss der Veranstaltung durfte Zunftmeister Schilling zwei langgedienten Mitgliedern den Jahresorden der Förderung für Europäische Narren überreichen. Mit Andrea Klaffschenkel und Hans-Jürgen Strobel prämierte er zwei Gründungsmitglieder des Vereins, die sich über Jahrzehnte in den Kreisen der „Jägis“ mehr als verdient gemacht hatten.
Bericht von Ralf Dieringer